Wo geht es hier bitte zum Erfolg?

Acht Kommunikationsstile und was sie uns sagen

Mit manchen Menschen verständigen wir uns reibungslos. Bei anderen scheint nie das anzukommen, was wir beabsichtigt haben. Wünscht du dir manchmal auch einen „Übersetzer“, der deine Beweggründe und Wünsche anderen verständlich macht? Obwohl man eine Sprache spricht, kann es zu gravierenden Missverständnissen kommen. Das kann auch im Berufsleben zu Problemen führen. Denn man erreicht in Gesprächen das Gegenteil von dem, was man beabsichtigt hat. Woran liegt das?

Verstehen und sich verständlich machen

Jeder Mensch entwickelt auf der Basis des Bildes, das er von sich hat, einen eigenen Kommunikationsstil. Kennt man diese verschiedenen Stile und kann sie einordnen, weiß man mehr über den Menschen, der den jeweiligen Stil nutzt. Dieses Wissen hilft dabei, sich in der Kommunikation besser auf den anderen einzustellen. Es wird einfacher, bestimmte Inhalte auf eine Weise zu vermitteln, die beim Gegenüber ankommt. Denn wenn man einschätzen kann, ob z.B. Anerkennungsbedürfnis, Minderwertigkeitsgefühl oder Furcht vor Kontrollverlust beim Gesprächspartner dominieren, tappt man nicht in die Falle, genau in dem Punkt den falschen Impuls zu geben.

Klarheit statt Manipulation

Es geht nicht darum, andere zu manipulieren, sondern darum, Kommunikation reibungsloser und unmissverständlicher zu gestalten. Wenn du dich selbstständig machen willst, wirst du es dir in jeder Hinsicht dadurch einfacher machen. Denn du wirst mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun haben, deine Interessen vertreten müssen und mehr Verantwortung tragen.
Andererseits verhilft dieses Wissen dazu, den eigenen Kommunikationsstil bewusst wahrzunehmen und sich selbst besser kennen zu lernen. Gibt es Verbesserungsbedarf im eigenen Verhaltensrepertoire?

8 Kommunikations- und Interaktionsstile

Der Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun unterscheidet zwischen 8 Kommunikations- und Interaktionsstilen, die auf die Unterschiedlichkeit der menschlichen Persönlichkeit eingehen.

Was bringt dir das?

Du kannst dieses Wissen nutzen,
● um deinen eigenen Kommunikationsstil einzuschätzen,
● um deine Beweggründe zu hinterfragen und gegebenenfalls daran zu arbeiten,
● um die Beweggründe anderer besser zu verstehen,
● um deine Kommunikation darauf auszurichten, damit du dich verständlich machen kannst.

Hier werden die Stile sehr verkürzt wiedergegeben:

1. Der bedürftig-abhängige Stil

Charakteristisch für diesen Stil ist die Selbstdarstellung als schwach und hilflos. Gesprächspartner fühlen sich dadurch aufgewertet als starke und kompetente Persönlichkeiten. Es ist eine Stärke, Hilfe annehmen zu können. Bewegen sich Menschen mit diesem Kommunikationsstil aus ihrer Opferrolle und nehmen ihr Leben aktiv in den Griff, gewinnen sie an Autonomie und Selbstvertrauen.

2. Der helfende Stil

Menschen mit diesem Stil ziehen es vor, sich um die Schwächen und Probleme anderer zu kümmern, statt auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten. Weil sie sich gern als stark darstellen, werden sie nicht gern mit ihren Problemen konfrontiert. Sie können sich aus dieser Selbstmissachtung befreien, indem sie ihre eigene Bedürftigkeit wahrnehmen und sich gegen die anderer besser abgrenzen,

3. Der selbstlose Stil

Dieser Stil wird von Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl genutzt. Sie definieren sich über das, was sie für andere tun, denn dafür bekommen sie Anerkennung. Sie fürchten Ablehnung und tun, was von ihnen erwartet wird. Sie sollten an ihrer Selbstbehauptung arbeiten und lernen, „ich“ und „nein“ zu sagen.

4. Der aggressiv-entwertende Stil

Damit die eigenen Schwächen und Fehler nicht entdeckt werden, konzentriert sich dieser Stil auf die der anderen. Er erniedrigt andere, macht sich aber gegenüber Autoritäten selber klein. Für sein Selbstwertgefühl demütigt er deshalb Untergebene. Positive Veränderung brächte es, wenn er bewusst lernt, andere zu respektieren und ihre positiven Seiten zu sehen.

5. Der sich beweisende Stil

Als ewig um seinen Selbstwert Kämpfender konzentriert sich dieser Stil auf das Herausstellen seiner Kompetenzen. Er steht unter Druck, seine Fehler und Schwächen zu verbergen, denn er definiert sich nur über seine Leistungen. Ließe er Schwächen bei sich zu, könnte er viel entspannter und ohne inneren Druck leben. Außerdem könnte er lernen, um seiner selbst willen gemocht zu werden.

6. Der bestimmend-kontrollierende Stil

Typisch für diesen Stil ist das Aufstellen von Regeln, denen sich alle anderen unterwerfen sollen. So schützt er sich vor Chaos und Kontrollverlust. Er ist besonders stark in Strukturierung und Planung und hat sich selbst extrem unter Kontrolle. Allerdings engt er andere mit seinem Kontrollzwang ein. Mut zu Vertrauen und Flexibilität würde ihm helfen, seinen Stil zu verbessern.

7. Der sich distanzierende Stil

Der sich Distanzierende braucht Abstand zu anderen Menschen, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Deshalb wird er häufig als kühl oder arrogant wahrgenommen und zurückhaltend und ablehnend behandelt. Das führt wiederum zu Rückzug. Distanz ist im Berufsleben nicht negativ. Will der Distanzierte aber nicht isoliert sein, muss er lernen, mehr Nähe zu seinen Kollegen zuzulassen.

8. Der mitteilungsfreudige-dramatisierende Stil

Mit ausgeschmückten Geschichten berichtet der Nutzer dieses Stils über sich selbst und möchte im Mittelpunkt stehen. An sein wahres Ich lässt er jedoch niemanden heran. Er spielt Gefühle vor und überdreht dabei. Wird er eingeschränkt, dreht er weiter auf. Dieser Typ kann unterhaltsam sein, sollte aber lernen, sich mal zurückzuhalten und auch Interesse an seinen Mitmenschen zu entwickeln.

Die Forschung zu den Kommunikationsstilen hat Schulz von Thun noch weiter geführt. Er hat festgestellt, dass Menschen bestimmter Stile besonders gut „miteinander“ können. Allerdings besteht bei diesen „Paaren“ auch die Gefahr, in ihrem jeweiligen Stil zu verharren und sich nicht weiter zu entwickeln.

Diese Kommunikationsstile harmonieren gut:

● bedürftig-abhängiger und helfender Kommunikationsstil,
● selbstloser und aggressiv-entwertender Kommunikationsstil,
● sich beweisender und bestimmend-kontrollierender Kommunikationsstil,
● sich distanzierender und mitteilungsfreudig-dramatisierender Kommunikationsstil.

Weil Menschen völlig unterschiedlich ausgeprägte Persönlichkeiten sind, bilden diese Kommunikationsstile nur ein Raster ab, in dem sich die individuellen Ausprägungen einordnen lassen. Deshalb kann es sein, dass jemand zu mehreren Stilen neigt, die mehr oder weniger stark ausgeprägt sind.
Als ich das erste Mal über diese Erkenntnisse von Schulz von Thun in seinem Buch „Miteinander reden 2“ gelesen habe, war ich verblüfft, dass mir zu fast jeder der 8 Varianten sofort eine Person eingefallen ist, der ich den entsprechenden Kommunikationsstil zuordnen konnte. Mich selbst habe ich natürlich auch wiedergefunden und habe mir bewusst gemacht, welche Schalter bei mir gedrückt werden müssen, damit ich „anspringe“. Das hilft mir dabei, Handlungsimpulse besser zu kontrollieren und achtsamer mit mir und anderen umzugehen.
Ich wünsche dir, dass du auch auf diese Weise davon profitierst!

Wenn du dich intensiver mit dem Thema Selbstmanagement beschäftigen möchtest, zu dem auch die Kommunikation zählt, kannst du dir mein E-Book „Zukunft erfolgreich verändern“ hier kostenlos herunterladen.

Herzlichst
Mike Warmeling

#Kommunikation #zufriedenheit #ziele

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