Wo geht es hier bitte zum Erfolg?

Irren ist menschlich

Fehler machen wir alle, mal mehr, mal weniger. Das ist auch nicht schlimm, denn aus Fehlern kann man lernen und stärker werden. Irrtümer und Fehler solltest du nicht als Todsünde bzw. Zusammenbruch des Berufslebens, des sozialen Umfeldes, Stigmatisierung usw. betrachten. Das ist in unserer auf Perfektionismus und Optimierung ausgerichteten Welt gar nicht so leicht. Um eine positive Sichtweise aus Fehlentscheidungen des täglichen Lebens zu ziehen, benötigt man jedoch Selbstbewusstsein.

Wichtig ist es, dass man seine Fehlentscheidungen plausibel erklären kann. Warum hat man dieses und jenes zu einem bestimmten Zeitpunkt so gehandhabt, wie es geschehen ist? Manchmal entpuppen sich Entscheidungen auch erst im Nachhinein als Fehlentscheidung. Möglicherweise sind sie es im Entscheidungsmoment noch gar nicht gewesen.

Zu seinen Entscheidungen stehen

Woher sollte z. B. der Kutscher vor über 100 Jahren wissen, dass sein Berufsstand irgendwann aussterben und er arbeitslos werden würde? Im Entscheidungsmoment hat er vielleicht den Beruf des Vaters, Großvaters und Urgroßvaters übernommen, eine alte Familientradition fortgeführt. Wie sollte er die Entwicklung der Automobilität erahnen?

Oder wie sieht es aus mit demjenigen, der in jungen Jahren lieber die Welt bereisen wollte, anstatt eine Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren? Nun aber, mit Ende Zwanzig, doch noch eine Ausbildung machen möchte, weil er aktuell auf Hartz IV angewiesen ist und so gerne selbstständig für sein Leben sorgen möchte? Er muss gleich für zwei vermeintliche Fehler einstehen, nämlich dafür, dass er keinen Berufs- oder Studienabschluss besitzt, und dafür, jetzt auf Staatskosten zu leben.

Ist es wirklich ein Fehler, wenn man in jungen Jahren, also in der Zeit, in welcher man sich auf dem Höhepunkt seiner Kräfte befindet, die Welt erkunden und etwas sehen möchte? Warum damit bis zur Rente warten? Vielleicht wird das Rentenalter ja gar nicht oder nur schwer krank erreicht. Man sollte große Reisen dann machen, wenn man es möchte und die Gesundheit es gestattet. Danach ist doch noch  Zeit genug, so viele Jahre, um beruflich aktiv zu sein. Man muss sich auch keine Ausreden und Verschleierungen á la Bewerbungsratgeber ausdenken (Sprachreise, bla blubb). Einfach dazu stehen und authentisch bleiben. Entweder wird man euch für eure Authentizität lieben, oder eben nicht, aber das ist auch ok.

Fehler machen und daran wachsen

Jeder gemachte Fehler oder jede getätigte Fehlentscheidung regt zum Nachdenken an. Diese Erfahrung fördert die eigene Reflexionsfähigkeit und Auseinandersetzung mit sich selbst. Außerdem kann man aus den gemachten Erfahrungen sehr viel Lehrreiches und Positives für die eigene Zukunft ziehen. Man weiß, was man künftig in verschiedenen Lebenssituationen besser machen kann.

Ein wirklich wichtiger Punkt: Man lernt erst durch Fehler und Krisensituationen alltägliche Dinge, Menschen, liebgewonnene Gewohnheiten richtig zu schätzen. Auch lassen einen Fehlentscheidungen über sich hinaus wachsen. Man merkt, dass man auch mit ungemütlichen Situationen umgehen oder sie vielleicht sogar lösen kann. Im besten Fall zieht man sogar noch positive Gedanken aus dem Bestehen von Krisen oder dem Bewältigen von Fehlern.

Heute richtig, morgen falsch

“Das Leben ist kein Ponyhof.” So treffend beschreibt dieses bekannte Sprichwort das, wovon jeder Mensch nur eines besitzt. Das Leben. Das Leben ist voll von Unwägbarkeiten, Ungewissheit, Fehlentscheidungen, usw. Niemand kann vorhersehen, welche Entscheidung richtig und welche falsch ist. Es kommt auch auf die Situation im Entscheidungsmoment an. Was jetzt gerade richtig erscheint, kann schon morgen wieder ein Fehler sein. Lese dazu auch den Beitrag “Selbstzweifel – Nicht mit mir” von Mike.

Alles in allem ist es ratsam, authentisch zu bleiben und sich nicht zu verstellen. Ehrlich bleiben. Einfach dazu stehen, zur eigenen Biografie, eigenen Meinung, getätigten Entscheidungen oder auch zu seinen Schwächen. Das Positive aus Fehlern bzw. gemachten Fehlentscheidungen zu ziehen, ist übrigens eine sehr gute Strategie. Sie stärkt das Selbstwertgefühl und lässt einen stark gegenüber anderen Menschen erscheinen. Wenn man seinen Mitmenschen (Freunden, Chefs, Kollegen, Familie,…) gegenüber authentisch und ehrlich bleibt, wirkt man sympathisch und vertrauenswürdig.

Jeder Mensch ist einmalig, Fehler machen kann jeder Mensch, niemand ist vollkommen. Und falls ihr euch beim nächsten Vorstellungsgespräch wieder wegen eines Jobwechsels zwecks Entschuldigung um Kopf und Kragen reden wollt, vergesst eines bitte niemals: “Andere Menschen kochen auch nur mit Wasser.”

In diesem Sinne, Rücken gerade, Brust raus, Contenance bewahren. 😉

Ein Gastbeitrag von Heike Greskötter

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